Therapieangebot

Therapie/Abklärung

Kern des psychotherapeutischen Angebots für den einzelnen Patienten/Patientin der Praxisstelle ist eine individuelle Fallkonzeption und Therapieplanung. Diese werden jeweils im Verlauf eines mehrstufigen Indikationsprozesses entwickelt. Der diagnostische Prozess besteht in der Regel aus einem Erstgespräch mit dem Patienten, einer Sitzung mit relevanten Bezugspersonen, testdiagnostischen Erhebungen zu psychopathologischen, psychologischen und interpersonalen Merkmalen, einem diagnostischen Interview für die Diagnosestellung nach DSM/ICD, einer Indikationskonferenz, in der über das therapeutische Angebot entschieden wird, und einer abschliessenden Besprechung mit dem Patienten/der Patientin über das Therapieangebot (siehe Abbildung am Ende des Textes).

Bereits im Verlauf des Erstgespräches wird mit dem Patienten zusammen beurteilt, ob weitere behandelnde Ärzte/Therapeuten oder Institutionen in die Behandlung einbezogen werden sollen und welche Befunde/Berichte aus Vorbehandlungen für eine Indikationsentscheidung an der Praxisstelle wichtig sind. Wenn der Patient/die Patientin von einem/r ärztlichen oder psychologischen Kollegen/in zur Behandlung an die Praxisstelle überwiesen wurde, erhält dieser/diese eine kurze Benachrichtigung über die Indikationsentscheidung und den Beginn der Therapie.

In der Konzeption der individuellen Therapie spielen störungsspezifische Vorgehensweisen in der Regel eine wichtige Rolle. Sie werden jedoch eingebettet in eine umfassendere Betrachtungsweise. Die Wahl des Therapiesettings (Einzel-, Paar-, Familien- oder Gruppentherapie) hängt davon ab, welche Ressourcen im Beziehungsumfeld vorhanden sind und in welchen zwischenmenschlichen Konstellationen sich die Symptome/Schwierigkeiten manifestieren. Es wird auch in gemischten Therapiesettings gearbeitet.

Die therapeutische Arbeit der Psychotherapeutischen Praxisstelle richtet sich nicht nach einer bestimmten Therapieschule, sondern ist prinzipiell offen für alle empirisch bewährten therapeutischen Vorgehensweisen. Welche davon beim einzelnen Patienten/Patientin angewendet werden, wird aus der individuellen Fallkonzeption und Therapieplanung abgeleitet, die in der Abklärungsphase begonnen und in der Anfangsphase der Therapie fortgesetzt wird.

In der Praxisstelle werden nur Patientinnen und Patienten behandelt, die sich in einem Zustand befinden, der eine ambulante Therapie sinnvoll macht. Wir kooperieren mit stationären und teil-stationären Einrichtungen, wenn die ambulante Therapie nicht ausreichend sein sollte. Bei begleitenden körperlichen Beschwerden behandeln wir in enger Zusammenarbeit mit Ärzten und nachdem ggf. eine ärztliche Untersuchung zum Ausschluss einer organischen Störung durchgeführt wurde